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Allgemeines

Werkstoffe

Hochwertiger Federbandstahl in Kohlenstoff- bzw. nichtrostender Ausführung (austenitisch).

Temperaturbeständigkeit

Toleranzringe aus Kohlenstoffstahl bis 200 °C Dauertemperatur; kurzzeitig… bis 250 °C (keine Beeinflussung der Federeigenschaften). Temperaturbeständigkeit Toleranzringe aus nichtrostendem Stahl bis 250 °C Dauertemperatur; kurzzeitig… bis 300 °C (keine Beeinflussung der Federeigenschaften).

Die Tabelle zeigt den Einbau von Wälzlagern ø 200 mm bei einer Temperatur von 20 °C mit und ohne Toleranzring. In beiden Fällen ist eine Sitzkraft von 6500 N vorhanden. Mit steigender Temperatur fällt die Sitzkraft ab, und zwar beim Wälzlagereinbau ohne Toleranzring bei 80 °C auf den Wert 0, während beim Einbau mit Toleranzring bei 170 °C immer noch eine Sitzkraft von ca. 2000 N vorhanden ist.

Toleranzring-Verbindungen zum Übertragen von Drehmomenten

Sehr häufig müssen Axial- oder Umfangskräfte, die in ihrer Größenordnung festliegen, übertragen werden. Aus der Vielzahl von Anwendungsfällen sei die Befestigung von Riemenscheiben, Schwungrädern und Lüfterflügeln genannt.

Diese Abbildung zeigt eine Keilriemenscheibe, die mit einem Toleranzring R0820 030 08 auf einer Welle befestigt ist. Diese Verbindung überträgt ein Mindestdrehmoment M von 88 Nm. Das entspricht: EI-Motorleistung von P = 4,3 kW bei einer Drehzahl n = 1400 min-1 und Sicherheitsfaktor S = 3 für das Anlaufmoment

Übertragen von Drehmomenten

Polares Widerstandsmoment

Die Abbildungen unten zeigen eine Gegenüberstellung von Toleranzringverbindungen, freier und zentrierter Einbau, gegenüber einer Formschlussverbindung bei gleicher Wellenabmessung.

Die bisher üblichen Formschlussverbindungen erfordern das Einarbeiten entsprechender Nuten in die Wellen und in die Bohrungen der zu verbindenden Teile. Durch die in die Wellen eingearbeiteten Nuten werden die Wellen geschwächt und damit das polare Widerstandsmoment WP vermindert.

Dieser Nachteil entfällt bei Verbindung mit Toleranzringen. Das polare Widerstandsmoment Wp bleibt bei freiem Einbau vollständig erhalten und verringert sich beim zentrierten Einbau nur unwesentlich.

Freier Einbau, Form R0810

Wellendurchmesser = 30 mm 
Widerstandsmoment Wp = 5,3 cm3

Zentrierter Einbau, Form R0820

Wellendurchmesser = 30 mm
Widerstandsmoment Wp = 4,3 cm3

Formschlussverbindung

Wellendurchmesser = 30 mm
Widerstandsmoment Wp = 2,0 cm3

Konstruktionshinweise

Freier Einbau

Der freie Einbau kann für die Formen R0810 und R0820 angewendet werden. Diese Toleranzring-Verbindung ist sehr wirtschaftlich herzustellen, da lediglich einfache, glatte Wellen mit ebenso einfachen, glatt durchgehenden Bohrungen verbunden werden. Es muss jedoch mit einem Mittenversatz und einer Minderung der angegebenen Drehmomentwerte M von ca. 20% gerechnet werden.

Zentrierter Einbau

Der zentrierte Einbau wird dann angewendet, wenn eine genaue Zentrierung erforderlich ist oder umlaufende Belastung bzw. größere radiale Stöße zu erwarten sind. Durch die entsprechende Wahl der Passung zwischen Welle und Bohrung kann jede gewünschte Rundlaufgenauigkeit erzielt bzw. ein Durchfedern der Toleranzringe abgefangen und deren Beschädigung somit vermieden werden.

Mehrfachanordnung von Toleranzringen

Wenn die zulässige Belastung des einzelnen Toleranzrings nicht ausreicht, können jederzeit zwei oder mehrere Toleranzringe nebeneinander eingebaut werden, denn die übertragbaren Belastungen addieren sich. Dabei ist darauf zu achten, daß die Toleranzringe durch Stege getrennt sind, damit bei der Montage ein Übereinanderschieben der Toleranzringe vermieden wird.

Toleranzringe mit schrägem Rand

Diese Ausführung mit schrägem Rand sichert den Toleranzring gegen Herauswandern. Er wird vor allem bei der Montage von großen Wälzlagern in Leichtmetallgehäusen verwendet.

Ausführung der Anschlussteile

Um die Funktion sicherzustellen und Beschädigungen der Toleranzringe zu vermeiden, ist bei der Anfertigung der Anschlussteile folgendes zu beachten: Bei Toleranzringen der Form R0810 müssen die Wellenenden mit Radien rw und bei der Form R0820 die Bohrung mit rg versehen werden. Für die Einstiche in Bohrung und Welle beim zentrierten Einbau sind möglichst kleine Radien re vorzusehen, damit die Toleranzringe gut an den Seitenflächen der Einstiche anliegen. Zur Herstellung der Einstichbreite b verwenden Sie bitte das Toleranzfeld C13. Die erforderliche Größe der Radien und die Abmaße für die Einstiche sind den Tabellen zu entnehmen. Falls die angegebenen Radien nicht vorgesehen werden können, schlagen wir Fasen von 20° vor.

Größe der Radien r(e), r(g) und r(w)

Abmaße C13 für die Einstichbreiten b

Toleranzen für Wellen und Bohrungen

Durch die gewählten Abmaße für den Wellen- bzw. Bohrungsdurchmesser wird die Passung, d.h. die Haftkraft der Toleranzringverbindung, bestimmt. Anschlussmaße siehe Toleranzringe. Bitte beachten Sie dabei folgendes: 

1. die Wellentoleranz ist bis ISO h9, die Bohrungstoleranz bis ISO H9, in Ausnahmefällen bis ISO h11 bzw. H11 zulässig.

2. die Abmaße für den Wälzlagereinbau sowie für Drehmomentübertragungen gelten für Verbindungen von Stahl auf Stahl und Stahl auf viele NE-Metalle. Sie sind für Temperaturen bis 100 °C gültig. Bei Materialien mit stark abweichenden Festigkeitseigenschaften gegenüber Stahl muss der Einbaufall geprüft werden. 

3. in den Tabellen angegebene übertragbare Drehmomente gelten bei zentriertem Einbau; bei freiem Einbau ist eine Minderung von ca.20% zu berücksichtigen.


Freier Einbau, Form R0810
System Einheitswelle

Freier Einbau, Form R0820
System Einheitsbohrung

Berechnung

Richtwerte

Anhand der Formeln können die zur Bestimmung der jeweiligen Toleranzringgröße notwendigen Werte überschlägig berechnet und dann der für Ihren Anwendungsfall geeignete Toleranzring ausgewählt werden. Die Berechnung kann auf Wunsch von Bosch Rexroth durchgeführt werden. Dazu bitte das Formular auf Seite 30 verwenden.

Gegeben:


Leistung
   P    
(kW) (1 PS = 0,736 kW)
Drehzahl
   n
(min-1)
größte radiale Belastung
   F
(N)



Gewählt:

  Sicherheitsfaktor   
  S Richtwerte:
  Riemenscheibenbefestigung 2,5 - 3   
  für Reversierbetrieb 6

Drehmomentberechnung

Berechnung der Montagekraft (1)

Berechnung der axialen Sitzkraft (1)

Auswahlkriterien

Bei Radiallasten und umlaufenden Radiallasten zentrierten Einbau wählen.
C   In den Tabellen angegebene übertragbare Drehmomente und Radiallasten sind als Richtwerte anzusehen. Diese Richtwerte können u.a. durch Festigkeit, Oberflächenhärte, Rauhtiefe und Schmierung der Einbauteile beeinflusst werden und deutlich abweichen. Leistung P (kW) (1 PS = 0,736 kW) Drehzahl n (min-1) größte radiale Belastung F (N) Sicherheitsfaktor S Richtwerte: Riemenscheibenbefestigung 2,5 - 3 für Reversierbetrieb 6 Drehmomentberechnung Berechnung der Montagekraft1) Berechnung der axialen Sitzkraft1) 1) Diese Werte können nur als Richtwerte angesehen werden M = Drehmoment (Nm) Berechnung d = Toleranzringnenndurchmesser in m